Was verstehen wir unter reinrassigen Belted Galloways?

Das Abstimmungsergebnis auf der letzten ordentlichen Mitgliederversammlung des Bundesverbandes Deutscher Galloway-Züchter in Rottach-Egern am 14.Oktober 2001 veranlasst uns zu dem Schritt, auf unserer Homepage unsere Zuchtrichtlinien darzustellen und allen, insbesondere den ernsthaften Belted Galloway-Züchtern und Neueinsteigern, unsere Meinung zu diesem Thema kundzutun. 
In Kürze werden Sie auf unserer Homepage auch eine Rubrik mit unserer Zuchtherde finden (Fotos, Abstammung, Bewertung, Auszeichnung). Bei uns kaufen Sie nicht die "Katze im Sack".

Ausgangslage:

Schon seit einiger Zeit ist eine erregt geführte Diskussion über die Herdbuchführung bei den Galloways im Gange.

Dabei gibt es zwei Lager:

  • Einmal die wirklich engagierten "Belted"- und "Schwarz"-Züchter, die auf eine saubere Blutlinie ihrer Farben achten unter dem Motto:  Was wie "Belted" und "Schwarz" aussieht, da darf auch wirklich nur "Belted" und "Schwarz" drin sein!
  • Und die Gruppe der Züchter, die festgestellt haben, dass es für "Belted"-Zuchttiere im Moment einen doch recht guten Absatzmarkt gibt. So kauft man sich einen "Belted" Bullen und setzt diesen auf schwarze Kühe ein. Als Ergebnis gibt es nach 9 Monaten "Belted" und "Schwarze" Kälber.

Für die wirklich engagierten Züchter gehören diese Bastarde nicht wie jetzt bei der Bundestagung beschlossen ins Herdbuch der "Belted" oder "Schwarzen" (der Phänotyp des Kalbes entscheidet) sondern nach 3 Jahren auf der Weide ins Kühlhaus an den Haken! Auch wenn im Zuchtpapier für 3 Generationen die Farbe eingetragen werden soll, frage ich mich, was ist mit den nächstfolgenden Generationen? Man setzt einen Bullen ein, der laut Zuchtpapier (3 Generationen) "Belted" oder "Schwarz" ist und wundert sich plötzlich über Kälber, die farblich gar nicht zu dem Zuchtziel passen, das man verfolgt. Auch wenn man als Bundesverband seinen Mitgliedern den Rat gibt, nur in den Farbschlägen zu züchten, fragt keiner nach diesem Rat, wenn es um Absatzmärkte geht. Auch über den "guten Rat" aus der Gruppe dieser "Farbenzüchter um jeden Preis", wir "Belted"-Züchter hätten von diesen "Kreuzungen" nur Vorteile (Blutauffrischung, besseren Fleischansatz an den Keulen, kürzere Köpfe), können wir nur lachen. 
Wir züchten seit 1988 "Belted" und mögen sie so, wie sie sind. Um die Blutauffrischung brauchen diese "Züchter" sich auch keine Gedanken zu machen, das bekommen wir "Belted"-Züchter noch unter uns zurecht.

Untersuchungen an der Roslin Universität  haben ergeben, dass die Rassen Aberdeen-Angus und Belgier genetisch näher verwandt mit den Belted Galloways sind  als Belted Galloway und schwarze Galloways (www.roslin.ac.uk/publications/9697annrep/diversity.pdf).

Wenn man schon unbedingt meint, man muss kreuzen, dann nur über den langen Weg der Verdrängungskreuzung, so wie es auch die Schotten machen. Wir züchten ein Robustrind, dessen Ursprungsland Schottland ist, und das in seiner Art für uns einmalig ist. Wir sollten dieses Rind so weiter züchten, wie es im Ursprungsland üblich ist und kein "Deutsches Farbengalloway" daraus machen.

Die Konsequenz für uns, und ich hoffe auch für einige andere ernsthafte Züchter, ist der Austritt aus dem Bundesverband Deutscher Gallowayzüchter. Die engagierten "Belted"-Züchter tragen sich mit dem Gedanken, einen eigenen Bundesverband zu gründen, denn auch in Schottland gibt es seit 1921 einen eigenen Verband, die Belted Galloway Cattle Society.

 

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