|
Was verstehen wir unter reinrassigen Belted Galloways? Das Abstimmungsergebnis auf der letzten
ordentlichen Mitgliederversammlung des Bundesverbandes Deutscher
Galloway-Züchter in Rottach-Egern am 14.Oktober 2001 veranlasst uns zu
dem Schritt, auf unserer Homepage unsere Zuchtrichtlinien darzustellen
und allen, insbesondere den ernsthaften Belted Galloway-Züchtern und
Neueinsteigern, unsere Meinung zu diesem Thema kundzutun. Ausgangslage: Schon seit einiger Zeit ist eine erregt geführte Diskussion über die Herdbuchführung bei den Galloways im Gange. Dabei gibt es zwei Lager:
Für die wirklich engagierten Züchter gehören
diese Bastarde nicht wie jetzt bei der Bundestagung beschlossen ins
Herdbuch der "Belted" oder "Schwarzen" (der Phänotyp
des Kalbes entscheidet) sondern nach 3 Jahren auf der Weide ins Kühlhaus
an den Haken! Auch wenn im Zuchtpapier für 3 Generationen die Farbe
eingetragen werden soll, frage ich mich, was ist mit den nächstfolgenden
Generationen? Man setzt einen Bullen ein, der laut Zuchtpapier (3
Generationen) "Belted" oder "Schwarz" ist und
wundert sich plötzlich über Kälber, die farblich gar nicht zu dem
Zuchtziel passen, das man verfolgt. Auch wenn man als Bundesverband
seinen Mitgliedern den Rat gibt, nur in den Farbschlägen zu züchten,
fragt keiner nach diesem Rat, wenn es um Absatzmärkte geht. Auch über
den "guten Rat" aus der Gruppe dieser "Farbenzüchter um
jeden Preis", wir "Belted"-Züchter hätten von diesen
"Kreuzungen" nur Vorteile (Blutauffrischung, besseren
Fleischansatz an den Keulen, kürzere Köpfe), können wir nur
lachen. Untersuchungen an der Roslin Universität haben ergeben, dass die Rassen Aberdeen-Angus und Belgier genetisch näher verwandt mit den Belted Galloways sind als Belted Galloway und schwarze Galloways (www.roslin.ac.uk/publications/9697annrep/diversity.pdf). Wenn man schon unbedingt meint, man muss kreuzen, dann nur über den langen Weg der Verdrängungskreuzung, so wie es auch die Schotten machen. Wir züchten ein Robustrind, dessen Ursprungsland Schottland ist, und das in seiner Art für uns einmalig ist. Wir sollten dieses Rind so weiter züchten, wie es im Ursprungsland üblich ist und kein "Deutsches Farbengalloway" daraus machen. Die Konsequenz für uns, und ich hoffe auch für einige andere ernsthafte Züchter, ist der Austritt aus dem Bundesverband Deutscher Gallowayzüchter. Die engagierten "Belted"-Züchter tragen sich mit dem Gedanken, einen eigenen Bundesverband zu gründen, denn auch in Schottland gibt es seit 1921 einen eigenen Verband, die Belted Galloway Cattle Society.
|